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Geschichte

 

Gruendudng

 

So war es im Thuner Tagblatt vom Mittwoch, 6. Dezember 1916 zu lesen

Die ehemalige Absehlehrerin Erika Jordi schrieb anlässlich der 50 Jahr-Feier des Thuner Schwerhörigenvereins einen Text über die Gründungszeit für ein Theater mit Kindern:

«Es war einmal in fernen Gründen, wohl über dem Rhein, tief in deutschen Landen, eine Adelstochter. Die war so schön wie der lichte Tag, so gut und lieb wie ein Engel, so reich wie eine Königin - und so arm wie eine Bettlerin. Reich und arm! Reich an Seelenkräften, arm, weil sie schwerhörend war. Schon als junge Tochter litt sie unter dem Gehörschaden. Und - da sich das Leiden verschlimmerte, musste sie verschiedene Berufe, die ihr zugesagt hätten, aufgeben.

Eines Sonntags nun, wie unsere Adelstochter - Margarete von Witzleben - zur Kirche ging, sah sie dort eine Dame mit einem Hörrohr. Wie ein Blitz schoss ein Gedanke ihr durch den Kopf. Sie schrieb auf einen Zettel eine Einladung an jene Dame. Auch andere Schwerhörende wurden ihr bekannt, und so lud sie alle zu sich ein zu einem besonderen Gottesdienst im kleinen Kreise.
Aus diesen wiederholten Zusammenkünften entwickelt sich der allererste Hephata-Verein - nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und Amerika».

Von dieser guten Tat hörte Lea Kehrli in Bern, obwohl auch sie schwerhörend war. Sie gründete 1914 in Bern den zweiten schweizerischen Schwerhörigen-Verein.

Im Jahre 1916 wurde das schweizerische Monatsblatt für Schwerhörende ins Leben gerufen. Und da es auch in Thun Hörbehinderte gab, die dieses abonnierten, erhielt Lea Kehrli einige Adressen. Sie war es, die den Thuner Freunden den Rat gab, Artikel in Tageszeitungen zu schreiben und die Schwerhörenden zu einer ersten Zusammenkunft aufzubieten. An dieser berichtete Lea Kehrli am 12. November 1916 im Blaukreuzhof in Thun den Freunden von ihren Bestrebungen - erzählte von den Wohltaten, die von einem Zusammenschluss ausgehen können, und ermunterte sie, die gute Sache zu fördern.

Ein Aktionskomitee wurde eingesetzt mit Adolf Baumann als Präsident, A. Rytz als Schriftführerin und Johanna Santschi als Kassiererin.

Schon am 3. Dezember 1916 - zwei Jahre vor Ende des ersten Weltkrieges - konnten die von Pfarrer Rohr entworfenen und vom Komitee durchberatenen Statuten vom Präsidenten verlesen und von der Versammlung genehmigt - und unter Leitung von Pfarrer Rohr der Verein gegründet werden, der den Namen «Hephata» - «Tue dich auf» erhielt.

Es war der siebte derartige Verein in der Schweiz. Zu den drei schon genannten Persönlichkeiten gesellten sich noch die beiden Revisoren, alt Waisenvater Russi und Baltensberger. Lea Kehrli hob als Patin das Kind aus der Taufe; Lea Kehrli, unsere liebe, verehrte, tatkräftige, um das Wohl der Schwerhörigen stets treu besorgte, nachmalige Frau Aegler. 

 


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